anthropomorph.
Performance - 2014

Ein Kaffee Gedeck vor einem Baum. Die Performerin beginnt dem Baum zu erklären, wie man das Geschirr auf Deutsch nennt, zeigt dem Baum wie man es benützt und verlangt vom Baum ihre Aktionen nachzumachen. Da der Baum nicht in der Lage ist, die Aktionen alleine auszuführen, hilft ihm die Performerin. Sie spricht langsamer, wiederholt ihre Aktionen immer öfter und füttert den Baum.

 

Bestimmt erinnert der erste Eindruck an ein romantisches Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, friedlich, unschuldig und ruhig. Gibt es eine Verbindung zwischen der Performerin und dem Baum? Bei längerer Betrachtung merkt man, dass die Performerin Aktionen ausführt, die vielleicht endlos und zunehmend bösartiger gemacht werden können.

Anders als Peter Weibels Performance 1972 in der er mit einem technischen Objekt konkurriert, streitet Bernadette Laimbauer hier mit der Natur. Wer gibt zuerst auf? Wer ist stärker?

 

Da die Performerin während des Workshops in der Nähe des Gezi Parks lebt fragt sie sich, wie viele Bäume den menschlichen Ideen weichen müssen oder als Teil der zivilisierten menschlichen Kultur werden. Weil sie in einem türkischen Wald einem Baum österreichische Kaffeekultur beibringt, denkt sie auch darüber nach, wie unmöglich es ist, auf westliche Kultur zu bestehen, ohne andere wertzuschätzen und anzuerkennen, auch wenn es manchmal nicht in böser Absicht geschieht.

Entwickelt während des Workshops von Nezaket Ekici

eingeladen von IPA in Zusammenarbeit mit Goethe-Institut Istanbul und Tarabya Cultural Academy

 

Material: Kaffeegeschirr, Tisch, Sessel, Baum

Dauer: Eine Stunde

Foto: Jürgen Fritz, Andreas Dammertz